2017-05 Petra in Kärnten

Im Mai sind meine neue GS und ich Richtung Süden gestartet mit dem Ziel Kärnten – ganz entspannt, da wir uns drei Tage dafür Zeit nehmen wollten. Wir starteten bei schönstem Sonnenschein zunächst bis Kassel über die Autobahn um Strecke zu machen. Aber dann war kein Halten mehr. Ich schaltete das Navi auf kurvenreiche Strecke. Über fantastische Straßen mit tollen Ausblicken ging es durch die Rhön Richtung Franken. Dort erwartete mich mein erster Zwischenstopp und auch gleich die erste Überraschung. In meiner gebuchten Unterkunft lag eine Doppelbelegung vor – das ist genau das, was man sich nach 450 km wünscht. Scheinbar war ganz Deutschland an diesem Wochenende unterwegs und alle Zimmer im Ort belegt. Aber die Wirtin hat sich sehr bemüht und ich bekam im Nachbarort ein anderes Zimmer und mußte nicht unter der Brücke nächtigen – Glück gehabt. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir kurvenreich weiter Richtung Süden durch die Oberpfalz, den Bayrischen Wald bis ins Salzkammergut an den Attersee. Hier wäre ich gerne noch länger geblieben. So schön idyllisch gelegen, hätte ich hier tagelang am See sitzen können. Aber ich wollte ja am nächsten Tag mein Ziel erreichen. Also raus aus den Träumen – ab aufs Moped und weiter durch Österreich an der Drau entlang zum Gailtaler Hof in Kötschach/Mauthen. Das Hotel wird in dritter Generation von der Familie Engl geführt. Hier sind Motorradfahrer willkommen und werden mit vielerlei Events und geführten Touren von Christine verwöhnt. Und es erwarteten mich auch schon meine Urlaubsbekanntschaften aus dem letzten Jahr. 

Wir sind mit Christine zwei geführte Touren gefahren – über viele hohe Berge und tiefe Täler, durch unbeleuchtete feuchte Tunnel und über traumhafte Pässe, an malerischen Seen vorbei und durch liebliche Orte. Einige Streckenabschnitte haben mich Fahrtechnisch bis an meine Grenzen gebracht, doch die Gruppe hat ein Stück weit Sicherheit vermittelt und Kraft gegeben auch diese Herausforderungen zu meistern. Ganz besonders waren hier ein paar sehr außergewöhnliche Spitzkehren, die mich Blut und Wasser schwitzen lassen haben. Aber die Auffahrten heben sich jedesmal gelohnt. So viel schöne Natur, die uns anschließend geboten wurde. Sehr beruhigend fand ich, dass auch meine männlichen Begleiter in den Spitzkehren so ihre liebe Not hatten …. .

Die Liste der Orte wo wir überall waren, ist viel zu lang um alles hier aufzuzählen,  Aber ein paar Highlights möchte ich dennoch hier kurz erwähnen. Wir waren im Friaul und in Julisch Venetien. Wir fuhren wir u.a  über den Monte Zoncolan sowie die Mangartstrasse und es ging im Sambarythmus kilometerlang endlang der Soca zur Bella Tanamea.

Nach einer Woche, die wie im Flug vergangen ist, hieß es nun Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Nach einer herzlichen Verabschiedung von meinen Freunden und Familie Engl fuhren meine GS und ich schweren Herzens wieder Richtung Heimat mit Zwischenübernachtung in Pegnitz. An diesem Abend begann auch der Regen, der uns noch bis zu Hause begleitete – passend zur Trauer, dass die Woche schon wieder vorbei war.

Alles in allem war ich in 10 Tagen 4.250 km, davon über 3.500 km auf traumhaften Straßen unterwegs.

Eins muss ich noch erzählen. Ein Ehepaar aus Hessen war mit einer 34PS Retro Zündapp angereist. Es ist erstaunlich, wie man zu zweit  auf so einem Moped die Berge rauf und runter fahren kann. Einfach toll anzuschauen.